Jahressteuergesetz – Neue Steueränderungen beschlossen

Corona-Pauschale fürs Home-Office

Mit dieser Pauschale können Sie Ihr Home-Office auch dann geltend machen, wenn Sie nicht die strengen Voraussetzungen für ein häusliches Arbeitszimmer erfüllen: Auch wer am Küchentisch, im Schlafzimmer oder im Keller seinen Schreibtisch aufgebaut hat, darf in der Steuererklärung Werbungskosten geltend machen.

Die Home-Office-Pauschale gibt es 2020 und 2021. Das Finanzamt erkennt pauschal fünf Euro an für jeden Tag, an dem während der Corona-Pandemie ausschließlich von zuhause gearbeitet wurde. Der Betrag ist allerdings gedeckelt, das heißt: mehr als 600 Euro dürfen nicht eingetragen werden. Diese Summe erreichen Sie bei 120 Tagen im Home-Office.

Die Pauschale ist Bestandteil der Werbungskostenpauschale von 1.000 Euro. Das bedeutet: Wenn Sie außer der Home-Office-Pauschale von 600 Euro keine Werbungskosten hatten bzw. auch mit weiteren Werbungskosten nicht über die Grenze von 1.000 Euro kommen, haben Sie nichts von der Pauschale.

 

 

Steuerfreie Corona-Beihilfen des Arbeitgebers

Eine Ergänzung nahm der Ausschuss bei der Steuerbefreiung für aufgrund der Corona-Krise an Arbeitnehmer gezahlte Beihilfen und Unterstützungen bis zur Höhe von 1.500 Euro vor. Die Steuerbefreiung war bisher bis zum 31. Dezember 2020 befristet. Damit wäre ein im ersten Halbjahr 2021 ausgezahlter Bonus nicht mehr steuerbegünstigt gewesen. Die Frist wird bis zum Juni 2021 verlängert. Damit haben Arbeitgeber mehr Zeit für eine steuerbegünstigte Abwicklung der Corona-Beihilfen.

In der Begründung wird klargestellt, dass die Fristverlängerung nicht dazu führt, dass eine Corona-Beihilfe im ersten Halbjahr 2021 nochmals in Höhe von 1.500 Euro steuerfrei bezahlt werden könne. Lediglich der Zeitraum für die Gewährung des Betrages wird gestreckt.

 

 

Sachbezüge und Zuschüsse an Arbeitnehmer

Die steuerfreie Sachbezugsgrenze für alle Beschäftigten wird – allerdings erst ab 2022 –von 44 Euro auf 50 Euro erhöht. Für sogenannte Sachbezugskarten soll es noch eine Klarstellung durch ein Schreiben des Bundesfinanzministeriums geben.

Außerdem gibt es eine Klarstellung hinsichtlich der Besteuerung von Zusatzleistungen des Arbeitgebers, denn: Nur echte Zusatzleistungen des Arbeitgebers sind steuerbegünstigt, wie die Rechtsprechung schon seit Jahren immer wieder betont.

Jetzt wird das auch im Einkommensteuergesetz festgeschrieben (§ 8 Absatz 4 EStG):

Zusätzlich zum ohnehin erbrachten Arbeitslohn« werden Sachbezüge oder Zuschüsse nur erbracht, wenn

  1. die Leistung nicht auf den Anspruch auf Arbeitslohn angerechnet,

  2. der Anspruch auf Arbeitslohn nicht zugunsten der Leistung herabgesetzt,

  3. die verwendungs- oder zweckgebundene Leistung nicht anstelle einer bereits vereinbarten künftigen Erhöhung des Arbeitslohns gewährt und

  4. bei Wegfall der Leistung der Arbeitslohn nicht erhöht

wird.

 

Vergünstigte Vermietung

Bei besonders günstig vermietetem Wohnraum gilt bisher: Als Vermieter können Sie nur dann Werbungskosten bei Ihren Einnahmen aus Vermietung und Verpachtung geltend machen, wenn die Miete mindestens 66% der ortsüblichen Vergleichsmiete beträgt. Diese Grenze sinkt auf 50%.

Die Neuregelung bringt aber auch die Themen »Einkunftserzielungsabsicht« und »Überschussprognose« wieder auf den Tisch:

Beträgt die Miete 50% und mehr, jedoch weniger als 66% der ortsüblichen Miete, ist (wieder) eine Totalüberschussprognoseprüfung vorzunehmen.

  • Fällt diese Prüfung der Totalüberschussprognose positiv aus, ist für die verbilligte Wohnraumüberlassung Einkünfteerzielungsabsicht zu unterstellen und der volle Werbungskostenabzug möglich.

  • Führt die Totalüberschussprognoseprüfung hingegen zu einem negativen Ergebnis, ist von einer Einkünfteerzielungsabsicht nur für den entgeltlich vermieteten Teil auszugehen und die Werbungskosten sind entsprechend aufzuteilen.

Die volle Entgeltlichkeitsgrenze, d. h. die Regelung, bei der die Einkünfteerzielungsabsicht von Gesetzes wegen vermutet wird und nicht überprüft werden muss, bleibt auch nach der Änderung durch das Jahressteuergesetz 2020 bei einem vereinbarten Mietzins von mindestens 66% der ortsüblichen Miete in unveränderter Höhe bestehen.

 

Weniger Bürokratie beim Spendenabzug

Beim Abzug von sogenannten »Kleinbetragsspenden« im Rahmen der Sonderausgaben muss keine Spendenbescheinigung nach amtlich vorgeschriebenem Muster vorgelegt werden können: der Kontoauszug oder Überweisungsträger reicht dem Finanzamt als Nachweis aus.

Bisher ging das bei Spenden bis 200 Euro, ab 2021 steigt der Betrag für Kleinbetragsspenden auf 300 Euro.

 

 

Längere Verjährungsfrist bei besonders schwerer Steuerhinterziehung

Bei besonders schwerer Steuerhinterziehung wird die Verjährungsfrist von zehn Jahren auf 15 Jahre verlängert.

Diese Maßnahme steht im Zusammenhang mit der Verfolgung der Cum-Ex-Taten. Die geltende Verjährungsfrist von zehn Jahren könne nicht ausreichend sein, um steuerstrafrechtlich relevante Sachverhalte rechtzeitig aufzudecken und vollumfassend auszuermitteln, heißt es in der Begründung.

 

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