Kleinunternehmer: Umsatzgrenze steigt ab 2020

Der Bundesrat hat dem sog. Bürokratieentlastungsgesetz III zugestimmt und damit eine wichtige Erleichterung für Kleinunternehmer möglich gemacht.

 

Unternehmern mit geringen Einnahmen soll kein übermäßiger bürokratische Aufwand entstehen. Deshalb gibt es die Kleinunternehmer-Regelung bei der Umsatzsteuer. Dieser sog. Kleinunternehmer-Status ist dabei an die Höhe des Umsatzes gekoppelt.

 

bisher galt: Im Vorjahr darf der Umsatz 17.500 Euro nicht überschritten haben und im laufenden Jahr voraussichtlich nicht über 50.000 Euro liegen.

ab 2020 gilt: Im Vorjahr darf der Umsatz 22.000 Euro nicht überschritten haben und im laufenden Jahr (wie bisher) voraussichtlich nicht über 50.000 Euro liegen.

 

Welche Vor- und Nachteile bringt die Kleinunternehmer-Regelung mit sich?

Für die Kleinunternehmer-Regelung spricht insbesondere der Wettbewerbsvorteil bei Verkäufen an Privatpersonen und Unternehmer, die nicht zum Vorsteuerabzug berechtigt sind. Dazu kommt der geringere bürokratische Aufwand. Als Kleinunternehmer müssen sie Ihren Kunden keine Umsatzsteuer in Rechnung stellen und zahlen somit keine Umsatzsteuer an das Finanzamt. Im Gegenzug dürfen Sie aber auch keine Vorsteuer abziehen. Somit besteht der Nachteil des Kleinunternehmers vor allem dann, wenn hohe, mit Umsatzsteuer belastete Ausgaben anfallen und größere betriebliche Investitionen getätigt werden.

 

Ist der Verzicht auf den Kleinunternehmer-Status möglich?

Verzichten sie auf die Kleinunternehmer-Regelung, was jederzeit möglich ist, unterliegen Ihre Leistungen der sog. Regelbesteuerung. Sie müssen dann Umsatzsteuer ausweisen und an das Finanzamt abführen, dürfen aber auch Vorsteuer abziehen. Für diesen Verzicht gibt es keine besonderen Formvorschriften. Neben der schriftlichen Mitteilung des Verzichts steht Ihnen der Weg der Abgabe von Umsatzsteuer-Voranmeldungen oder einer Umsatzsteuer-Jahreserklärung mit den Eintragungen in die für Regelbesteuerer vorgesehenen Felder offen.

Verzichten sie allerdings auf die Kleinunternehmer-Regelung, bleiben sie mindestens fünf Jahre an Ihre Entscheidung gebunden. Diese fünfjährige Bindungsfrist sollten Sie unbedingt beachten.

 

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